Papierfischchen – eine ernsthafte Bedrohung für wertvolles Kunst- und Kulturgut!
Papierfischchen
Papierfischchen haben sich in deutschen Archiven, Bibliotheken und Museen ausgebreitet. Sie sind sie eine ernsthafte Bedrohung für wertvolles Kunst- und Kulturgut!
Tagsüber ziehen sie sich in dunkle Ritzen zurück, nachts nagen sie an Akten und Grafiken oder lassen sich den Leim wertvoller Bucheinbände schmecken.
Was können wir tun?
Papierfischchen gibt es bereit seits sind 350 Millionen Jahre
Papierfischchen
Seitdem sich Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudata Esch.) auch in deutschen Archiven, Bibliotheken und Museen ausgebreitet haben, sind sie eine ernsthafte Bedrohung für wertvolles Kunst- und Kulturgut. Bevorzugt nachts nagen sie an Akten und Grafiken oder lassen sich den Leim wertvoller Bucheinbände schmecken. Tagsüber ziehen sie sich in dunkle Ritzen zurück, da sie gerne ungestört sind. Dennoch findet man sie nicht nur in den Magazinen und Depots sondern auch in Büroräumen. Sie werden leicht mit ihren kleinen Verwandten, den Silberfischchen verwechselt. Diese sind jedoch nur in feuchten Räumen anzutreffen und unterscheiden sich deutlich durch ihr silbriges Aussehen und die kürzeren Fühler.
Inzwischen ist viel über die Lebensweise der Papierfischchen bekannt und es wurden wirksame Strategien zur Prävention und Bekämpfung entwickelt.
Wie vermehren sich Papierfischchen?
Papierfischen
Papierfischchen überleben nur in Innenräumen; für ihre Vermehrung sind Temperaturen ab 23 °C erforderlich. Ein erwachsenes Weibchen legt ca. 50 Eier im Jahr. Aus den Eiern schlüpfen nach etwa zwei Monaten Nymphen, die sich mehrfach häuten und innerhalb von zwei bis drei Jahren geschlechtsreif sind. Papierfischchen werden 5-6 Jahre alt, unter idealen Bedingungen leben sie auch noch länger. Der Körper kann bis zu 15 mm groß werden, durch die Fühlern und die drei Schwanzanhängsel wirken die Tiere noch deutlich länger.
Papierfischchen – Auf einem Blick
Papierfischchen
Ctenolepisma longicaudata Esch.
Seitdem sich Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudata Esch.) auch in deutschen Archiven, Bibliotheken und Museen ausgebreitet haben, sind sie eine ernsthafte Bedrohung für wertvolles Kunst- und Kulturgut. Bevorzugt nachts nagen sie an Akten und Grafiken oder lassen sich den Leim wertvoller Bucheinbände schmecken. Tagsüber ziehen sie sich in dunkle Ritzen zurück, da sie gerne ungestört sind. Dennoch findet man sie nicht nur in den Magazinen und Depots sondern auch in Büroräumen. Sie werden leicht mit ihren kleinen Verwandten, den Silberfischchen verwechselt. Diese sind jedoch nur in feuchten Räumen anzutreffen und unterscheiden sich deutlich durch ihr silbriges Aussehen und die kürzeren Fühler.
Inzwischen ist viel über die Lebensweise der Papierfischchen bekannt und es wurden wirksame Strategien zur Prävention und Bekämpfung entwickelt.
Woher kommen Papierfischchen?
350 Millionen Jahre alt
Fischchen (wissenschaftlich Zygentoma) gibt es bereits seit 350 Millionen Jahren. Sie stammen aus den Tropen und Subtropen. 1989 gab es in den Niederlanden den ersten belegten Papierfischchenfund Europas. Seitdem hat sich die Art flächendeckend ausgebreitet und konnte 2007 erstmals in Deutschland nachgewiesen werden. Die Tiere verbreiten sich über Warentransporte, da sie sich bevorzugt in der Wellpappe von Kartonagen verstecken und vermehren. Der zunehmende Onlinehandel hat viel zu ihrer Ausbreitung beigetragen. Inzwischen finden sie sich nicht nur Archiven, Bibliotheken und Museen, sondern auch in vielen Privathaushalten.
Wie vermehren sich Papierfischchen?
Nympen
Papierfischchen überleben nur in Innenräumen; für ihre Vermehrung sind Temperaturen ab 23 °C erforderlich. Ein erwachsenes Weibchen legt ca. 50 Eier im Jahr. Aus den Eiern schlüpfen nach etwa zwei Monaten Nymphen, die sich mehrfach häuten und innerhalb von zwei bis drei Jahren geschlechtsreif sind. Papierfischchen werden 5-6 Jahre alt, unter idealen Bedingungen leben sie auch noch länger. Der Körper kann bis zu 15 mm groß werden, durch die Fühlern und die drei Schwanzanhängsel wirken die Tiere noch deutlich länger.
Was essen Papierfischchen?
Papier, Zucker und Stärke
Wie ihr Name verrät, fressen diese Insekten Papier – aber bei einer reinen Cellulose-Diät würden sie bald sterben. Papierfischchen benötigen auch zucker- und stärkehaltige Nahrung und sind in der Wachstumsphase auf Eiweiß angewiesen. Bisweilen fressen sie daher auch tote Artgenossen. Vor allem Hausstaub enthält viele nahrhafte Bestandteile, wie Hautschuppen, Haare und Fasern. Im Archiv locken verschiedenste Klebstoffe im und auf dem Papier. In drei Monaten frisst ein Papierfischchen etwa 10 mg. Dies entspricht einem Quadratzentimeter eines Kopierpapiers. Da aber meist nur die oberste Papieroberfläche abgetragen wird, ist die geschädigte Fläche oft deutlich größer.
Wo wohnen Papierfischchen?
Dunkel und nicht zu trocken
Papierfischchen leben in dunklen Ritzen und Spalten, sie verbergen sich hinter Bildern und Fußleisten oder verstecken sich in Kabelkanälen. Die Wellenstruktur von Kartons ist ebenfalls ein beliebter Aufenthaltsort. Meist sind die Tiere nachtaktiv, doch sieht man sie bisweilen tagsüber auf einer Wand sitzen. Sie fühlen sich wohl bei Temperaturen über 20 °C in einer nicht zu trockenen Umgebung. Anders als ihre Verwandten, die Silberfischchen, findet man sie jedoch nicht in Badezimmern. Außerhalb von Gebäuden können Papierfischchen nicht überleben.
Was mögen Papierfischchen nicht?
Störfaktoren
Papierfischchen sind nachtaktiv und scheuen das Licht. Auch Bewegung und Vibrationen sind Störfaktoren, daher zeihen sie sich meist in die dunkelste und von der Tür am weitesten entfernte Ecke zurück. Da sie sich gerne auf dem Boden entlang der Wände bewegen, werden hier Klebefallen aufgestellt, auf denen sie hängen bleiben. So lässt sich feststellen wie viele Fischchen in welchen Altersstadien an einem Ort vorkommen.
Was schadet Papierfischchen?
Extremtemperaturen, Trockenheit oder Sonne
Papierfischchen nehmen Feuchtigkeit über ihre Haut auf. In einer zu trockenen Umgebung können sie nicht überleben. Daher legen sie nachts auch weitere Strecken zurück, um an eine Feuchtigkeitsquelle zu gelangen. In kalten Räumen werden die Tiere zunehmend träge, fressen weniger und vermehren sich nicht mehr. Bei Minusgraden, denen sie über mehrere Stunden ausgesetzt werden, sterben die Tiere. Aus diesem Grund werden Akten und Verpackungsmaterialien eingefroren, bevor sie in ein Archivmagazin gelangen. Zur Bekämpfung von Papierfischchen wird ein Fraßgift mit einem Lockstoff eingesetzt. Meist handelt es sich um ein Gel, das in feinen Tröpfchen auf den Laufwegen der Insekten ausgebracht wird.
Wo kommen Papierfischchen nicht hin?
Keine Kletterer
Papierfischchen können senkrecht an einer Wand hinauflaufen. Wird die Oberfläche aber zu glatt, schaffen sie das nicht mehr. Die Grenze liegt bei einer Rauigkeit von 0,17 µm, das sind 0,0017 mm. Schriftstücke, die in lackierten Metallregalen ohne Wandkontakt lagern, sind daher sicher vor einem Befall. Auch viele Kunststoffe sind zu glatt für Papierfischchen. Aus diesem Grund werden bevorzugt Kunststoffpaletten für Transporte und Lagerung von Materialien und Archivgut genutzt. Sicherheitshalber wird so eine Palette zusätzlich mit doppelseitigem Klebeband umklebt. Hier bleiben alle Insekten hängen, die versuchen dorthin zu gelangen.
Gefahren im Archiv
Schadenserkennung
Neben Papierfischchen können auch anderen Schädlingen das Archivgut befallen. Weitere Gefahren sind Schimmel, Nässe und schlechte Lagerbedingungen.
Frühzeitige Schadenserkennung
Erfahren Sie mehr zu Schäden an Archivgut.
Wie sind Schäden zu erkennen? Was kann man tun?
Das Team der Bestandserhaltung des LWL-Archivamts informiert Sie gern.