LWL-Archivamt für Westfalen

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Der LWL vor 50 Jahren

1969: 50-jähriges Jubiläum des Westfälischen Landeskrankenhauses Gütersloh am 30. September 1969

Am 30. September 1969, feierte das damalige Westfälische Landeskrankenhaus (WLK) Gütersloh sein 50-jähriges Jubiläum. Mit dem Bau der Klinik wurde 1912 begonnen, 1919 konnten die ersten Patienten aufgenommen werden. Die Patientenzahl lag im Gründungsjahr bei 976. Fünfzig Jahre später befanden sich einen Tag vor dem Jubiläum 1203 Patienten verteilt auf 15 Krankengebäude in der Obhut der 78 Ärzte und sonstigen Klinikbeschäftigten.

Westfälisches Landeskrankenhaus Gütersloh (Foto: Karl Franz Klose ©LWL-Medienzentrum für Westfalen)

Beim Festakt mit rund 350 Gästen fand im Festsaal der Klinik eine kurze Einführung statt. Dabei bekundete der Erste Landesrat des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Klaus Meyer-Schwickerath, seine Glückwünsche und stellte nachdrücklich fest: „In einigen Jahrzenten wird unsere Demokratie nicht nach der Steigerung des Sozialprodukts beurteilt werden, sondern nach der Höhe der Aufwendungen für die Schwachen, Armen und Hilflosen – unter Einschluss der Völker in den Entwicklungsländern.“

Im Rahmen des runden Jubiläums veranstaltete das WLK Gütersloh gleichzeitig seine international anerkannte Fortbildungswoche, die vom 30. September bis zum 3. Oktober dauerte. Unter dem Schwerpunkt „Sozialtherapeutische Anstalt“ fanden die folgenden Tage Vorträge statt.

Zur Einführung der Fortbildungswoche sowie der Feier des Jubiläums wurde der erste Vortrag dem Thema Arbeitstherapie gewidmet. Der erste Direktor der damaligen Provinzialheilanstalt, Hermann Simon, war ein Pionier auf diesem Gebiet gewesen, hatte es erforscht und praktiziert und durch moderne Methoden so angewandt, dass es bis zum Jubiläum noch immer wegweisend und international als „Mekka der Psychotherapie“ bekannt war. Zu Ehren seiner Arbeit wurde sein Buch „Aktivere Krankenbehandlung in der Irrenanstalt“, das lange Zeit vergriffen war, neu aufgelegt. Des Weiteren wurde durch das LWL die eigene Publikation „Wandlung der Psychiatrie in 50 Jahren“ herausgegeben.

In den darauffolgenden Tagen wurde die Fortbildungswoche durchschnittlich von 250 Gästen besucht und immer wieder positiv in den Medien erwähnt. Mit Schlagzeilen wie „Vorbildliche humanitäre Arbeit“ (Westfalen-Blatt, 26.09.1969) oder „In Gütersloh entsteht ein Sozialzentrum“ (Neue Westfälische, 26.09.1969) ist die Fortbildungswoche gut angenommen worden.

Quellen:

  • LWL-Archivamt für Westfalen, Archiv LWL, Best. 115/845

Dieser Text ist Teil der Serie „Der LWL vor 50 Jahren“, in der die Auszubildenden zum/zur Fachangestellten für Medien und Informationsdienste (FaMI) – Fachrichtung Archiv des LWL-Archivamtes für Westfalen Einblicke in die Geschichte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) geben.