LWL-Archivamt für Westfalen

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Der LWL vor 50 Jahren

1970: Verabschiedung des Landesrates Heinrich Alstede (8. Januar 1970)

Heinrich Alstede trat am 21. April 1949 als Referent der Personalabteilung in den Dienst des LWL ein. Nachdem er ab Februar 1952 stellvertretender Leiter des Landesfürsorgeverbandes war, übernahm er mit seiner Wahl zum Landesrat ab dem 1. April 1954 die Leitung der Hauptfürsorgestelle bis zu seiner Pensionierung am 31. Dezember 1969.

Landesrat Heinrich Alstede / Aufnahme-datum ca. 1960 (Foto: Karl Franz Klose © LWL-Medienzentrum für Westfalen).

Auch ehrenamtlich setzte er sich für Schwerbeschädigte, insbesondere für Kriegsblinde ein. Er förderte die Wohnungsfürsorge für Kriegsbeschädigte sowie Kriegshinterbliebene und engagierte sich für deren Rehabilitation. Er beteiligte sich beispielsweise an der Errichtung des Kriegsblinden-Kurheimes in Berleburg, der Planung des Kriegsblinden-Rehabilitationszentrums am gleichen Ort und half bei der Gründung der Blindenhörbücherei in Nordrein-Westfalen.

Er war Vorsitzender des Bundesausschusses für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene beim Bundesministerium des Innern sowie der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Blindenhörbüchereien. Für seine Leistungen wurden Herr Alstede mehrfach mit dem Goldenen Ehrenzeichen sowie der Goldene Ehrenmedaille von mehreren Organisationen der betroffenen Schwerbeschädigten ausgezeichnet. Am 17.11.1969 wurde ihm durch den Regierungspräsidenten Dr. Schneeberger (Bezirksregierung Münster) das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Über 15 Jahre stand er im Dienst des LWL, ehe er aus Altersgründen sein Amt als Leiter der Hauptfürsorgestelle niederlegen musste. Seine Verabschiedung fand 08.01.1970 im Hotel Rheinischer Hof in Münster statt. In verschiedenen Ansprachen wurde sein herausragendes Engagement geehrt. Landesdirektor Hoffmann betonte, dass Alstede den Ansatz des LWL, Gesetze menschlich zu handhaben, „gerade noch in den Grenzen der Legalität“ umgesetzt hätte, damit er seinen Mitmenschen wirkungsvoll helfen konnte.

Ernst Knäpper, Vorsitzender der Landschaftsversammlung, erinnerte an die Wahl Alstedes zum Landesrat und Leiter der Hauptfürsorgestelle 1954. Es sei nur durch Alstedes „Kenntnisse, Toleranz, menschliche Wärme und Zuverlässigkeit“ möglich gewesen, dass er einstimmig durch die 4. Landschaftsversammlung 1966 wiedergewählt wurde. In seinen eigenen Abschiedsworten widmete sich Alstede seinem Werdegang und Lebensweg, welcher ihn Stück für Stück dem sozialen Bereich nähergebracht und schließlich in den Dienst des Landschaftsverbandes geführt hatte.

Quellen:

  • LWL-Archivamt für Westfalen, Archiv LWL, Best. 115/187
  • LWL-Archivamt für Westfalen, Archiv LWL, Best. 115/857
  • LWL-Archivamt für Westfalen, Archiv LWL, Best. 110/505
  • LWL-Archivamt für Westfalen, Archiv LWL, Best. 132/1224
  • LWL-Archivamt für Westfalen, Archiv LWL, Best. 132/1225

Dieser Text ist Teil der Serie „Der LWL vor 50 Jahren“, in der die Auszubildenden zum/zur Fachangestellten für Medien und Informationsdienste (FaMI) – Fachrichtung Archiv des LWL-Archivamtes für Westfalen Einblicke in die Geschichte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) geben.